Nazis blamieren sich

Am 4. April wollten Faschisten einen Fackelmarsch durch Stolberg vollziehen. In guter NS-Manier wollten die Nazis durch die Stolberger Nacht ziehen und so Angst und Terror bei den Stolbergerinnen und Stolbergern verbreiten. Das ihnen dies durchaus möglich ist beweisen die Zahlen der letzten Fackelmärsche. Zwischen 170 und 250 Faschisten versammelten sich in den letzten Jahren zu diesem Ereignis, um skandierend durch die kleine Stadt zu ziehen. Doch dieses Jahr scheint den Nazis dies nicht mehr möglich zu sein. Gerade einmal 45 Gestalten erschienen zu dem diesjährigen Fackelmarsch. Eher peinlich zog diese Kleinstgruppe durch abgelegene Straßen zu ihrer Kundgebung. Während des gesamten Weges wurden sie von lautstarken Rufen von Gegendemonstranten gestört. Am Kundgebungsort selbst, sorgten mehrere Nazigegner dafür, dass die Reden der Faschisten nicht gehört werden konnten. Traurig dürfte für die Nazis auch gewesen sein, dass an jedem Punkt, an dem man in Sicht und Hörweite protestieren konnte, mehr Menschen anwesend waren, als auf ihrem Fackelmarsch. Auch das für Nazis attraktive Spiel mit NS-Vorbildern dürfte nicht aufgegangen sein. Gerade einmal vier Fackeln konnte man bei dem “Fackel”-marsch beobachten. Selbst bei einem St. Martins-Umzug kann man mehr Fackeln sehen.

Schikanen gegen antifaschistischen Protest

Neben dem Stolberger Bündnis gegen Radikalismus, hatten ebenfalls mehrere Antifagruppen zu einer Demonstration aufgerufen. Vom Kaiserplatz aus sollte der Demonstrationszug in die Mühle ziehen. Jedoch konnte die Demonstration nicht einmal losgehen. Zuerst versuchte die Polizei vor Ort neue Auflagen zu erlassen, die entgegen den Absprachen zwischen Anmelder und Polizeibehörde standen. Da sich die vor Ort befindlichen Polizisten nicht einig waren, ob sie dies überhaupt durften, wurde der oberste Verantwortliche persönlich herbeigerufen. Nachdem der Versuch, die Demonstration so aufzuhalten anscheinend nicht zulässig war, bemängelte die Polizei, dass die Ordnerbinden Schwarz mit weißer Aufschrift waren und das nur Weiße mit schwarzer Aufschrift zugelassen werden können. Nachdem der Veranstalter auch dieses Problem löste, griff die Polizei auf das alte Gespenst der Vermummung zurück, um die Demonstration erneut zu schikanieren. Zu diesem Zeitpunkt sah der Veranstalter keine Möglichkeit mehr, eine vernünftige Lösung zu finden und beendete die Demonstration. Den gut 100 Nazigegnern wurde so ihr Recht auf Versammlungsfreiheit nicht nur erschwert, sondern völlig verwehrt.

Die Polizeibehörde hebt immer wieder hervor, dass sie gezwungen sei den Aufmarsch der Faschisten durchzusetzen. Schließlich verteidige die Behörde das Grundgesetz. Doch bei antifaschistischen Protest scheint die Polizei Wege und Möglichkeiten zu finden, eine Demonstration zu verhindern. Schon bei der Anreise, versuchte die Polizei die Nazigegner daran zu hindern bzw. die Ankunft zu verzögern. Es stellt sich die Frage, ob man an dieser Stelle noch von einer neutralen Rolle der Polizeiführung reden kann?

Nazis versuchen Nazigegner anzugreifen

Das die Nazis diesen Tag als große Niederlage verzeichneten, zeigt auch der eher befremdlich wirkende Versuch einige Nazigegner anzugreifen. Die Gruppe von etwa 10 bis 15 Nazis versuchte die Nazigegner zu überraschen, war jedoch selber über die Anzahl der Nazigegner so überrascht, dass sie den Angriff abbrachen und die Polizei die Faschisten einkesseln konnte.

Sicherlich ist an diesem Tag deutlich geworden, dass Stolberg nicht Bunt statt Braun ist, wie das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus gerne erklärt. Denn dafür sah man zu wenige Stolberinnen und Stolberger auf der Straße. Aber es ist auch deutlich geworden, dass der anhaltende Protest, unter anderem vom Blockadebündnis Stolberg Nazifrei, den Aufmarsch für die Nazis immer unattraktiver macht. Am nun kommenden Samstag wird sich dann zeigen, ob der Mythos Stolberg überhaupt noch funktioniert oder ob der konsequente Protest von Antifaschistinnen dem Naziaufmarsch eine Ende gesetzt hat.

Wenn der Trauermarsch am Samstag genau so peinlich verläuft wie der Fackelmarsch, dürften viele Faschisten in Zukunft lieber zu Hause bleiben.

Blockadebündnis zeigt Flagge

Während beim direkten Protest gegen die Nazis nur wenige und zumeist nur junge Stolbergerinnen und Stolberger zu beobachten waren, zeigte das Bündnis Stolberg Nazifrei lautstark, dass es Nazis in der Region nicht duldet. Immer wieder entrollten Mitglieder des Bündnisses in Sichtweite der Nazis ihr Transparent mit dem Slogan “Stolberg – Den Naziaufmarsch gemeinsam blockieren!”. Aufgestanden gegen Rechts sind an diesem Mittwochabend die Blockiererinnen und Blockierer und das nicht durch einen symbolischen Akt, sondern durch mutigen und engagierten Protest. Schon jetzt unterstützen viele Menschen das Bündnis und es ist dem Bündnis zu wünschen, dass noch mehr Menschen ihrem Aufruf am Samstag folgen und den Nazis den Weg versperren. Auch ist zu hoffen, dass die Stolbergerinnen und Stolberger dann den Mut finden, deutlicher ihren Protest zu zeigen.

(Quelle: www.kraz.ac)

Hakenkreuze und eingeworfene Scheiben am DGB-Haus

Naziterror nimmt kein Ende in der Aachener Region

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden am Gewerkschaftshaus in Aachen mehrere Scheiben eingeschlagen und der Eingangsbereich mit Parolen und Hakenkreuzen beschmiert. Diese Tat reiht sich ein in eine ganze Serie von Wochenendaktivitäten aus dem rechtsradikalen Umfeld.

Nach dem Säure-Anschlag auf das Autonome Zentrum (AZ) am Freitag und den angekündigten Anschlägen auf die Gästefans aus Sankt Pauli sowie auf die antifaschistische Demonstration am Samstag muss man den Vandalismus am DGB-Haus sehr wahrscheinlich der gleichen Tätergruppe zuschreiben.

Ralf Woelk (Vorsitzender der DGB-Region) erklärt dazu: “Wir haben es hier in Aachen und dem Umland mit einer gewachsenen rechtsradikalen Szene zu tun, die sich mit permanenten Attacken auf ihre politischen Gegner und einer außerordentlich hohen Gewaltbereitschaft auszeichnet. Ein Verbot der dazugehörigen Strukturen ist das Mindeste was hier zu geschehen hat. Allerdings ist es auch schwer nachzuvollziehen, dass den Behörden bei dieser Vielzahl an rechtsradikal motivierten Straftaten in der Vergangenheit so wenige Festnahmen gelangen. Möglicherweise verzetteln sich hier die Behörden bei unnötigen Beobachtungen von demokratischen Organisationen bzw. bei der Durchsetzung von hanebüchenen Polizeiauflagen bei antifaschistischen Demonstrationen. Es ist jetzt endlich an der Zeit, dass der braune Saustall ausgemistet wird.”

Die DGB Region NRW Süd-West ruft seine Mitglieder dazu auf, sich an den Veranstaltungen gegen die Aufmärsche der Rechtsextremisten zu beteiligen, die für Eschweiler (31.3.) und Stolberg (4. und 7. April) bereits angekündigt sind. Insbesondere das Mittel der friedlichen Menschenblockade betrachtet der DGB-Regionsvorsitzende als legitimes und effektives Mittel, um die Straßen sauber zu halten. “In Dresden, Jena und Köln hat man gesehen, dass es gewaltfrei und friedlich möglich ist, die braune Brut aus der Stadt zu halten, wenn sich genügend Menschen zusammen tun, um sich den Nazis in den Weg zu stellen. Was in anderen Teilen der Republik selbstverständlich ist, sollte auch in der Aachener Region möglich sein, ohne von den Behörden gleich als gewaltbereiter Autonomer diskreditiert zu werden.”

(Quelle: Pressemitteilung DGB Region NRW Süd-West)

Bombendrohung und Anschlag vor Demo

In der Nacht auf Freitag, den 3. Februar 2012 erhielten mehrere antifaschistische Gruppen aus Aachen Bombendrohungen von anonymen Absendern. Darin wurde angekündigt, Sprengstoffattentate auf den Gästeblock des Tivoli beim Spiel Alemannia Aachen gegen den FC St. Pauli und auf die Route der antifaschistischen Demonstration am morgigen Samstag verüben zu wollen. Desweiteren kam es in derselben Nacht erneut zu einem Buttersäureanschlag auf das Autonome Zentrum (AZ) am Aachener Hauptbahnhof. Wir lassen uns von derartigen Einschüchterungsversuchen nicht beeindrucken und werden morgen trotzdem gegen die in der Region zunehmend aktiven neonazistischen Strukturen auf die Straße gehen.

(Quelle: Indymedia)

Absage des Fight Fascisms

Erklärung zur Absage des Fight Fascism:

Am Anfang steht die Enttäuschung über diese Absage und die ernüchternde Erkenntnis nichts gegen diesen Umstand tun zu können. Tatsache ist, wir konnten die an uns gestellten Auflagen weder organisatorisch noch finanziell erfüllen und mussten uns zudem auch noch mit Vorwürfen befassen, die sich auf die sehr umstrittene Extremismustheorie beziehen.

Dennoch bleibt bei uns allen die Überzeugung, dass ein Konzert im Hinterland der Nazis wichtig ist. Der Kampf gegen Rechts ist überall wichtig, aber im Hinterland umso notwendiger. Leider bleibt dieser Kampf oft aus. Wir wollten einen anderen Trend setzen.

Das Fight Fascism Konzert ist nun abgesagt. Jedoch haben wir neun erfolgreiche Konzerte in den Jahren zuvor veranstaltet. Wir sind uns sicher, dass andere Ideen und Konzepte folgen müssen und werden, um die Nazis effektiv zu bekämpfen. Auch wir werden uns weiterhin für nazifreie Räume im Hinterland einsetzen. Wir hoffen, dass wir bald in solchen Räumen mit euch solidarisch feiern können.

Trotz der Absage des Konzerts lassen wir uns nicht davon abhalten Tag für Tag erneut gegen Nazis und einen rassistischen Alltag zu kämpfen!

Kommt also zahlreich zur Antifa-Demo am Samstag, den 04.02.2012, in Aachen, die sich gegen das faschistische Treiben in unserer Region richtet. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen den faschistischen Alltag in Aachen und dem Aachener Umland setzen.

Nähere Informationen findet ihr hier: http://afademo.blogsport.de/

Hinweis zur Antifa-Demo “Es gibt kein ruhiges Hinterland – Stolberg wir kommen!”:

Wir, die OrganisatorInnen der Demonstration am 3.2.2012 haben uns als Teil des am selben Tag stattfindenen Fight Fascism Konzert gesehen. Da dieses nun ausfällt, werden wir unsere Demonstration verschieben.

Aber aufgeschoben, ist nicht aufgehoben! Denn ein klares Zeichen gegen Rechts ist nötig im Hinterland der Nazis. Deshalb wird die Demonstration in naher Zukunft, gemeinsam mit den OrganisatorInnen des Fight Fascism stattfinden.

Nazis rufen offen zu Verstümmelung auf

Seit einiger Zeit machen die Hacker von Anonymous den Nazis das Leben schwer, indem sie immer mehr Seiten der extremen Rechten abschaltet oder schwerwiegend Verändert. Dies scheint nun Wirkung zu zeigen, denn die FaschistInnen scheinen kein Mittel gegen diesen Online-Antifaschismus zu haben.

Dem entsprechend sind die Reaktionen der Nazis, doch dass dann der Verursacher der Hasstriaden selbst diese internen Reaktionen offen legt, damit hätten wohl auch die BetreiberInnen der faschistischen Altermedia nicht gerechnet. Doch nun ist es öffentlich, dass Nazis dazu aufrufen politische GegnerInnen zu verstümmeln. So schreibt Altermdeia, dass man Hinweise auf die Identität der Hacker mit “abgeschnittenen Fingern” belohnt.

Einmal mehr zeigen Nazis ihr wahres Gesicht und um so erschreckender ist es, dass diese FaschistInnen immer noch durch den Staat protegiert werden. Sei es durch großzügige Spenden an Nazi-V-Leute des Verfassungsschutzes, durch Steuergelder oder durch massive Polizeieinsätze, um Naziaufmärsche durchzusetzen. In Zeiten wo die öffentlichen Gelder knapp sind, ist es dem Staat anscheinend noch jeden Cent wert Nazis zu schützen.

Wir vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Aachen bleiben auf jedenfall auch 2012 dabei: Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!

Naziaufmarsch in Köln-Kalk verhindern!

Kalk macht WIEDER dicht! Den Naziaufmarsch am 10.12.2011 unmöglich machen!

Am Samstag den 10.12.2011 wollen militante Neonazis von den sogenannten „Freien Kräften Köln“ eine Demonstration in Köln-Kalk abhalten. Anmelder ist der Pulheimer Neonazi-Führer Axel Reitz. Reitz ist nicht nur einer der bundesweit führenden Neonazis, sondern soll laut einem WDR-Bericht auch Kontakte zu den mordenden Neonazis aus Zwickau gehabt haben. Es ist eine ungeheure Provokation, dass Neonazis und mutmäßliche Unterstützer der rechtsterroristischen NSU durch den alternativen und migrantisch geprägten Stadtteil Köln-Kalk marschieren wollen. Bereits am 19.11. war eine Demo der extrem rechten sogenannten Bürgerbewegung „Pro Köln“ durch das entschlossene Einschreiten Kalker BürgerInnen und AntifaschistInnen verhindert worden. Die Faschisten wollen sich um 12 Uhr an der Haltestelle Kalk-Post treffen. Auch diesmal gilt es alles zu tun, um den Naziaufmarsch unmöglich zu machen!

Treffpunkt für die gemeinsame Anreise aus Aachen ist am 10.12 um 8:00 Uhr am Aachener Hauptbahnhof

Mehr Infos:
antifa-koeln.net
no-racism.de
twitter.com/kalkmachtdicht

Regionalkonferenz “Aktiv gegen Rechts”

Aktiv gegen Rechts

GEMEINSAM: diskutieren, informieren, handeln

Samstag, 24. September 2011, 10:00 Uhr

Europaschule Herzogenrath (Zufahrt über Geilenkirchener Straße; Euregiobahn August-Schmidt-Platz)

Schirmherrschaft: Christoph van den Driesch

Ziele:

Vernetzung der vorhandenen Initiativen

Vertiefung der Kenntnisse über Erscheinungsformen des Neofaschismus und der Rechtsentwicklung

Formulierung von Forderungen an Städte und Gemeinden

Austausch von Erfahrungen und Debatte über Widerstandsformen


10.00 Uhr Begrüßung durch den Schulleiter der Europaschule, Herrn Daniel Bick und dem Schirmherr der Konferenz: Bürgermeister der Stadt Herzogenrath, Herrn Christoph von den Driesch

Grußwort des Sprechers der Bürgermeister/-innen der StädteRegion Aachen, Herrn Prof. Dr. Willi Linkens.

10.30 Uhr Eingangsreferate mit anschließender Diskussion „Rechtspopulismus und Islamfeindschaft in Westeuropa“

Dr. Herbert Ruland- Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens), Karel Toussaint, Hogeschool Zuyd Sittard Niederlande, Richard Gebhardt (Institut für politische Wissenschaft RWTH Aachen) Moderation: Robert Esser, Aachener Zeitung

12.00 bis 13.00 Uhr Mittagspause

13.00 – bis 15.30 Uhr Arbeitsgruppen

Internationale Zusammenarbeit gegen Rechts ist nötig und möglich mit Bewegungen gegen Rechts aus der Region NL- B- D (Koordination Jens Wegener)

Geschlechterpolitik der extremen Rechten (Regina Wamper, Arbeitskreis Rechts beim Duisburger Institut für Sprach-und Sozialforschung)

Nach der Blockade ist vor der Blockade – Wie weiter in Stolberg? Koordination: Dominik Clemens, Autor des Buches über den „Mythos Stolberg“

Vernetzung lokale Geschichtsarbeit- Input: „Arbeit in und mit Archiven“ mit Thomas Müller Leitung: VHS Aachen

Meinungsfreiheit für die Nachwuchs- NSDAP? Neonazis im „Kampf gegen die Parteiendiktatur der Demokraten“ mit Michael Klarmann, Journalist

16.00 Uhr bis 17.00 Uhr Abschluss der Konferenz
Berichte der Arbeitsgruppen und Diskussion Schlusserklärung

Polizeigewalt sichert Naziaufmarsch

Die traurige Spirale der Gewalt, die die Polizei bereit ist zu gehen, um Naziaufmärsche zu schützen, hat einmal mehr zugenommen. Den Tag in Dortmund zusammenzufassen ist fast unmöglich.

Tausende von AntifaschistInnen kamen am Samstag nach Dortmund, um gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren. Während sich “Dortmund stellt sich quer” und “Dortmund Nazifrei” rund um den Hauptbahnhof trafen, organisierte “Alerta!” den Protest rund um den Nazibereich. Mehrere “Finger” zogen durch Dortmund, um die Blockadepunkte zu erreichen. Schon jetzt hätte der politische Wille gereicht, den Naziaufmarsch abzusagen, doch die “Polizei” setzte auf Gewalt und so wurden die AntifaschistInnen sofort und ohne vorherige Provokationen mit Pfefferspray und Schlagstöcken angegriffen. Schon nach der ersten Stunde in Dortmund war die Anzahl von Verletzten enorm hoch. Die Bilder erschreckend. Verletzte Menschen liegen am Boden und Polizisten brügeln weiter auf sie ein. BrillenträgerInnen wird gezielt auf die Brillen geschlagen. Diese offene Gewalt wird noch durch eine versteckte Gewalt ergänzt. Im Bereich in dem die Nazis marschieren sollen, riegeln die Cops alles ab und selbst AnwohnerInnen wird der Zugang verwehrt. Bei der Abreise der Nazis sperren die OrdnungshüterInnen sogar den gesamten Dortmunder Hauptbahnhof für alle Menschen. Schließlich soll es den Nazis ja gut gehen. Und während die Nazis unterstützt werden, räumen Wasserwerfer die unliebsamen NazigegnerInnen von der Straße.

Die Demokratie wird abgeschafft

Selbst die letzten Schranken von Demokratie werden von den Cops niedergetreten. So gehen Polizisten in die Krankenhäuser, um dort die Verletzten AntifaschistInnen abzufangen. Die Menschen die ins Polizeigewahrsam kommen, werden in Käfige gesperrt. Da die Gefangenen ihre menschenunwürdige Situation nicht akzeptieren, gehen Polizisten immer wieder in die Käfige, um einzelne Antifas herauszuholen und verprügeln sie vor den Käfigen, um sie dann wieder reinzuwerfen. Der Höhepunkt ist sicherlich der Moment, wo die Cops mit Hunden auf die inhaftierten losgehen. Zurecht sagt eine junge AntifaschistIn “Sie dachte immer, so etwas hätte es zu letzt im Faschismus gegeben”. Und diese Feststellung zeigt überdeutlich, dass wir keineswegs in einer Demokratie leben, was Dortmund offenbart ist eine Diktatur. Ein anderes Wort kann es nicht geben.

Willkürherrschaft und alte Lügen

Nicht überraschen kann einen da, dass die GewalttäterInnen sich als die wahren Opfer darstellen. So wird in der “freien” Presse erst einmal verbreitet, dass lediglich sieben AntifaschistInnen verletzt worden und sechzehn PolizeibeamtInnen. Nur so lässt sich die Opferrolle glaubhaft erzählen. Nennt man die wahren Zahlen, dass über hundert Menschen durch Polizeigewalt verletzt wurden, dann kommen einem selbst die zweifelhaften sechzehn Polizisten lächerlich vor. Aber schon in Nazideutschland wusste man, dass man seine eigenen Verbrechen als Verbrechen der “Anderen” verkaufen muss. Auch das alte Lied, dass eine “starke Demokratie” einen Naziaufmarsch verkraften muss und das die Polizei alle Demonstrationen gleich schützt, klingt nur noch wie ein schlechter Scherz. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Während AntifaschistInnen schwer gepanzerten Prügelknaben gegenüber standen, liefen neben den Nazis gut gelaunte Polizisten, die nicht im entferntesten daran dachten ihre Helme aufzusetzen, um Menschen einzuschüchtern. Gut nun könnte man sagen, dass die Nazis ja auch friedlich waren, aber auch als mehrere Nazis das friedliche Stadtfest von “Dortmund Nazifrei” stören erscheinen keine Polizisten, um die Veranstaltung in einer ähnlichen Art und Weise zu schützen, wie sie die Naziveranstaltung geschützt hatten. Auch in Aachen kennnen wir solche Zustände gut. Während AntifaschistInnen immer wieder Opfer von Polizeischikanen werden, können Nazis ungestraft eine Demonstration in Aachen angreifen, wobei Zivilpolizisten dabei auch noch AntifaschistInnen angreifen, die sich wehren wollten. Und um das Trauerspiel zu erweitern, behaupteten Polizisten später vor Gericht, die AntifaschistInnen hätten die Nazis angegriffen.

Dortmund zeigt auch Erfolge

So düster die Situation auch in Dortmund war, es gibt auch positive Zeichen. So gelang es erstens eine enorme Anzahl von Menschen zu mobilisieren, die sich trotz der staatlichen Hetze ihr Recht auf eine Blockade  nicht nehmen ließen. Es ist offensichtlich, dass immer mehr Menschen den Lügen der BRD keinen glauben schenken. Zu offen ist schließlich die Gewalt, die dieser Staat bereit ist einzusetzen. Auch erfreulich war, dass so viele AntifaschistInnen zusammen gekämpft haben, egal ob Anti-D oder Anti-Imp, an diesem Tag kämpfte man gemeinsam und nur so kann es einen erfolgreichen antifaschistischen Widerstand geben. Wenn wir uns spalten lassen, gewinnen nur die FaschistInnen. Auch zeigt die Gewalt des Staates, dass er angst hat vor Menschen, die konsequent und unbeirrbar gegen Missstände kämpfen. Erfolgreich war auch, dass die Anzahl der Nazis deutlich geschrumpft wurde. Dies beweist, dass Widerstand erfolgreich ist und es straft all jene, die immer noch glauben durch Ignoranz Nazis aufhalten zu können. Ignoranz machte Dortmund zu einem der größten Naziaufmärsche in Deutschland.

Der Widerstand muss weitergehen

Doch nach Dortmund ist vor der nächsten Naziprovokation. Wir in Aachen sind gerade dabei die Blockade in Stolberg gegen den Naziaufmarsch zu organisieren. Dabei lassen wir uns auch nicht von polizeilichen Schikanen stoppen. Blockieren ist legitim und wir werden der staatlichen Gewalt nicht weichen. Denn „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!”

Und wir werden uns wi(e)der setzen!

Keinen Fussbreit den Faschisten

Pressemitteilung des Fight Fascism Team

 

Mit schrecken haben wir von den neuen Anschlägen der Nazis in unserer Region gehört. Überfallene Menschen, Hakenkreuz-Schmierereien und nun ein Brandanschlag.

Wir fragen uns, was muss noch alles geschehen bis endlich etwas gegen den Naziterror unternommen wird.

Umso mehr hat es uns traurig gestimmt, als wir hörten, dass das Konzert „Rock gegen Rechts“ abgesagt wurde. Dies ist das völlig falsche Zeichen, denn es bedeutet, dass die Nazis erreicht haben was sie wollten. Alternative Kultur einschüchtern.

Auch das Fight Fascism kennt den Naziterror gut. Nach einem feigen Überfall von Nazischlägern 2007, wobei mehrere Jugendliche verletzt wurden, wurde es immer schwieriger einen Raum für das Konzert zu finden. Die Besitzer hatten zu viel Angst vor dem Naziterror. Auch an uns ist dieser Terror nicht Spurlos vorüber gegangen.

Doch der jetzige Anschlag und das fatale Signal lassen uns zu der Überzeugung kommen, dass alternative Kultur mehr als nötig ist und dass antifaschistische Konzerte nicht weniger, sondern mehr werden müssen in unserer Region.

Aus diesem Grund haben wir uns zusammen gesetzt und wollen nun erneut das Fight Fascism stattfinden lassen und zwar wieder in Stolberg. Mitten im Nazi Hinterland. Denn wir wollen dem Naziterror nicht weichen.

Spontandemo gegen Naziterror

Am Mittwochabend versammelten sich spontan einige AntifaschistInnen, um ein Zeichen gegen den immer stärker werdenden Naziterror in der Region zu setzen. Erst am Montagmorgen hatten wahrscheinlich Nazis einen Brandanschlag auf das Auto eines Antifaschisten verübt. Das dabei das Auto des Nachbarn getroffen wurde, war nur Zufall.

Die TeilnehmerInnen der Spontandemo wollten diesen Zustand nicht mehr länger tolerieren. Aus diesem Grund zog man vom Markt zuerst durch die Pontstraße, um dort die Anwesenden über die Situation in Aachen zu informieren. Die Besucher des Studierendenviertels waren sichtlich überrascht über die kleine, aber lautstarke Gruppe. Rotleuchtende Bengalos taten ihr übriges. Auch wenn die Gruppe der AntifaschistInnen klein war, konnte sie dennoch viel erreichen und stieß auf Applaus als man die Menschen aufforderte nicht weg zuschauen, wenn  Nazischläger Menschen diskriminieren oder angreifen.

Kurz vor dem Ende der Spontandemo hatten dann auch die Cops mitbekommen, was gerade in der Innenstadt lief. Doch die AntifaschistInnen ließen sich nicht von ihrem Protest abbringen. Das Ergebnis dieses Tages ist, dass eine Spontandemo nicht ausreicht, um das Naziproblem in der aachener Region zu lösen, aber es ist ein Anfang und es werden noch so manche Aktionen folgen.